DACH+HOLZ International 2014 in Köln

Foto: Marcus Schlaf

Zur DACH+HOLZ International kamen vom 18. bis 21. Februar 2014 über 47.000 Dachdecker, Zimmerer, Klempner und Architekten. Das gezeigte Produktspektrum der 575 Aussteller wurde von 96,2 Prozent der Fachbesucher mit „ausgezeichnet bis sehr gut“ bewertet. Die Messe fand vor dem Hintergrund einer positiven Wirtschaftsstimmung und einem aufhellenden Konjunkturhimmel statt. 69,7 Prozent der befragten Fachleute sind bei der Bewertung der Branchenentwicklung überzeugt, dass das Bauhandwerk von einer „starken Tendenz nach oben“ in naher Zukunft profitiert. Gleichbleibend werden die Geschäfte von 27 Prozent beurteilt. 

Draußen bestes Wetter für Arbeiten an der Gebäudehülle, drinnen beste Aussichten auf neue Geschäfte. „In punkto Besucherqualität erhielt die Messe von den Ausstellern ein klares „Daumen hoch“. Alle Entscheider waren vor Ort, zeigten große Neugierde für neue Produkte und bereiteten kommende Einkaufsentscheidungen vor“, erklärte Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH. Nach Auswertung der Besucherbefragung erwartet die Aussteller ein erfolgreiches Messenachfolgegeschäft: Für 78 Prozent der Dachdecker, Zimmerer und Klempner spielt die DACH+HOLZ International eine maßgebliche Rolle für die Bestellung von Produkten und Technologien kurz nach der Messe.

Dies zeigte nach Ansicht von Ullrich Huth, Vorsitzender von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V., eines ganz klar: „Die DACH+HOLZ International 2014 hat ihre Rolle als führende europäische Fachmesse für das Holzbau- und Dachdeckerhandwerk bestätigt. Denn sie überzeugte wieder durch hohe Qualität und ein breites Angebot.“ Dieses auf die Dachdecker, Zimmerer und Klempner zugeschnittene Produktspektrum spricht sich in Europa herum: Denn die Messe erfährt von Veranstaltung zu Veranstaltung einen immer stärkeren internationalen Zuspruch. Nicht nur bei den ausländischen Ausstellern – in diesem Jahr waren 99 Firmen aus 27 Ländern vertreten – lag die Messe hoch im Kurs, sondern auch bei den Fachbesuchern. Am Ende kamen zwölf Prozent der Fachleute nicht aus Deutschland. „Die vielen europäischen Aussteller und Besucher der Messe zeigen uns“, so Karl-Heinz Schneider, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH), „dass unser über Jahre hin aufgebautes internationales Netzwerk Früchte trägt.“

 Ausschlaggebend für den Besuch der DACH+HOLZ International ist nach Befragung des Messepublikums die Vollständigkeit des Angebots. Für 84 Prozent der Befragten ist dies das Markenzeichen der Messe. Und hier machte sie einen weiteren Schritt nach vorne: „In diesem Jahr bauten wir die Angebotsbereiche Holz und Metall aus. Damit konnten wir, wie schon zwei Jahre vorher in Stuttgart, den unterschiedlichen Gewerken auch in Köln die komplette Produktfamilie anbieten“, sagte Dohr. 

Veranstaltungen speziell für Zimmerer

Rund um die Messe DACH+HOLZ International 2014 bot Holzbau Deutschland seinen Mitgliedsbetrieben interessante, begleitende Veranstaltungen:   

Ein Zeichen für den Klimaschutz - Aktion "STOP CO2"

Das Dachdecker- und Zimmererhandwerk betrachten sich als „Klimaschutzhandwerk“ und als „Klimaschutzbotschafter“. Sie veranstalteten deshalb am Mittwoch, den 19. Februar 2014, auf dem Roncalliplatz vor dem Kölner Dom eine große Mitmach-Aktion: rund 300 Handwerker bildeten dort einen 20 x 15 Meter großen Menschen-Schriftzug „STOP CO2“.

Für ein Drittel des deutschen Energieverbrauchs ist das Heizen unserer Gebäude verantwortlich. Energiewende und Klimaschutz können deshalb nur gelingen, wenn eine „Wärmewende“ gelingt, denn die klimafreundlichste Energie ist die, die erst gar nicht erzeugt werden muss. Eine gute Nachricht: Die drastische Reduzierung unseres Heizenergieverbrauchs braucht keine neuen Erfindungen, sondern ist mit den seit Jahren bewährten Strategien und einem wirtschaftlich überschaubaren Aufwand möglich.

Das Dachdecker- und Zimmererhandwerk leisten dafür einen entscheidenden Beitrag. Zum Reduzieren des Heizbedarfs müssen die Wärmeverluste verringert werden. Dafür ist vor allem eine gute Wärmedämmung entscheidend. Bei Altbauten reduziert sich durch die nachträgliche Dämmung des Daches und der Außenwand nach heutigen Mindeststandards deren Wärmeverlust um 75 bis 80 Prozent. Bei Dämmungen, die über die vorgeschriebenen Mindeststandards hinausgehen, vergrößert sich die Einsparung nochmals.

Zur Vermeidung des CO2-Ausstoßes trägt zudem die aktive Nutzung der Sonnenenergie durch auf dem Dach installierte Solarthermie- und Photovoltaikanlagen bei.

Bei der Holzbauweise sind drüber hinaus große Mengen CO2 im Baumaterial selbst gebunden – das CO2, das unsere Wälder vorher der Atmosphäre entzogen haben. Holzgebäude sind also große CO2-Speicher, die die Speicherleistung unserer Wälder fortsetzen und verhindern, dass das CO2 wieder in die Atmosphäre gelangt – was der Fall wäre, wenn das Holz verbrennt oder verrottet.

Gottesdienst im Kölner Dom

Vor der Aktion "STOP CO2" hatte es einen Wortgottesdienst im Hohen Dom zu Köln gegeben. In seiner Predigt hatte der Domdechant Robert Kleine gesagt, dass ein zu viel an Kohlendioxid der Schöpfung Schäden zuführen könne. Wichtig sei es daher, die Begrenztheit der Schöpfung wahrzunehmen. "Die Schöpfung ist nicht unerschöpflich!" Zudem müssten die Folgen unserer Lebensweise im Blick gehalten werde. "Unsere Lebensweise führt zu einer Reduzierung der Lebensqualität woanders auf der Erde! Die Bibelaussage "Macht Euch die Welt untertan" bedeute auch, die Welt zu pflegen und sie nicht kaputt zu machen, so Domdechant Kleine gegenüber den Zimmerern und Dachdeckern. Vertreter des Zimmerer- und Dachdeckerhandwerks hatten zudem Fürbitten gehalten.

Deutscher Obermeistertag

Die Interessenvertretung gegenüber der Politik, die Präventionskampagne „ABSICHERN STATT ABSTUERZEN“ sowie die aktuellen Projekte in den vier Handlungsfeldern von Holzbau Deutschland standen im Mittelpunkt des 19. Holzbau Deutschland Obermeistertages am 19. Februar 2014. Anlässlich der Messe DACH+HOLZ International hatte der Bundesverband die Obermeister aus ganz Deutschland nach Köln eingeladen. Die Obermeister und Innungsvertreter wurden über die Aktivitäten von Holzbau Deutschland informiert, um anschließend in ihren Innungen Bericht erstatten zu können.

Ein ausführlicher Bericht findet sich unter Deutscher Obermeistertag.

Holzbau Deutschland Treff

Erstmals lud Holzbau Deutschland auf der Messe DACH+HOLZ International 2014 zu einem Holzbau Deutschland Treff ein. Eingeladen waren alle Mitgliedsbetriebe in der Verbandsorganisation von Holzbau Deutschland. Zahlreiche Holzbauunternehmer sowie Vertreter der Innungen und Landesverbände folgten der Einladung zum Abschluss des zweiten Messetages. Außerdem kamen zahlreiche Repräsentanten der Leistungspartner sowie weiterer Kooperationspartner.

„Wir wollten mit dem Holzbau Deutschland Treff einen Raum schaffen, wo sich die Mitglieder unserer Verbandsorganisation treffen. Das ist uns in Köln sehr gut gelungen. Es wird nicht der letzte Holzbau Deutschland Treff gewesen sein“, so Ullrich Huth, Vorsitzender von Holzbau Deutschland. 

Architektenforum "holzhochdrei3"

Der Holzbau ist bei den Architekten angekommen! Dies zeigte das enorme Interesse am Architekturforum holzhochdrei3, das am 20. Februar 2014 im Rahmen der DACH+HOLZ vor über 700 Besuchern stattfand. Ullrich Huth, Vorsitzender von Holzbau Deutschland, eröffnete die Veranstaltung im überfüllten Konrad-Adenauer-Saal des Kölner Congress-Centrums mit einem kurzen Grußwort. Holzbau Deutschland unterstützte die Veranstaltung. Huth wies darauf hin, dass das Bauen mit Holz im Trend liegt, dass man den aber nicht für eine kurzlebige Modeerscheinung halten darf, sondern im Gegenteil: dass er eine logische Antwort auf große Herausforderungen unserer Zeit und deshalb der Baustoff der Zukunft ist. 

„Der Klimawandel verlangt nach Nachhaltigkeit in allen Bereichen“, betonte Huth; „besonders aber im Bauwesen, denn hier ist der Energieverbrauch besonders hoch.“ Huth führte aus, dass sowohl der Heizenergieverbrauch als auch die graue Energie gesenkt werden müssen. Der Heizenergieverbrauch, weil er ein Drittel des deutschen Gesamtenergieverbrauchs darstellt. Die graue Energie, weil sie bei konventionellen Bauwerken nach EnEV-Standard so hoch ist wie der Heizenergiebedarf für 30 bis 40 Jahre. Holz bietet hier große Vorteile, denn es muss nicht mit großem Energieaufwand künstlich hergestellt werden. Und es erzeugt keine CO2-Emissionen, sondern bindet CO2. 

Die komplette Begrüßung kann unter "Reden" nachgelesen werden.

Sieben urbane Großprojekte aus fünf Ländern

Selbstverständlich dominierten bei den sieben Bauprojekten, die in den folgenden fünfeinhalb Stunden vorgestellt wurden, die drei deutschsprachigen Länder, aber es waren auch zwei besonders spektakuläre aus anderen Ländern dabei: Der italienische Architekturprofessor Fabrizio Rossi Prodi erläuterte Entwurfsgedanken, Planungsgeschichte und Realisierung seiner vor Kurzem in Mailand fertiggestellten Wohnanlage mit vier Neungeschossern. Der deutsche, in Dänemark lebende Architekt Julian Weyer stellte drei visionäre Großprojekte vor, die bis 2023 in der Stockholmer Innenstadt entstehen sollen, darunter ein Vierunddreißiggeschosser. Sein Vortrag hieß denn auch: Urbaner Holzbau XXL. 

Holzbau Deutschland auf der Messe

Holzbau Deutschland stellte auf seinem hellen und geräumigen Stand in Halle 7 die Aktivitäten und Leistungen der Verbandsorganisation vor. Zahlreiche Zimmerer und Holzbauunternehmer erkundigten sich über die umfangreichen Verbandsleistungen.

Immer wieder wurde seitens der Messebesucher die Frage gestellt, wie man Mitglied in der Verbandsorganisation wird. Hierzu hatte Holzbau Deutschland Postkarten mit den Kontaktdaten für jeden Landesverband vorbereitet. Interessierten an der Verbandsorganisation bekamen dadurch die jeweiligen regionalen Ansprechpartner in Ehren- und Hauptamt mitsamt vorgedruckter Rückmeldeadresse übergeben.

Auf dem Stand von Holzbau Deutschland gab es zudem einige Mitaussteller. Dazu gehörten der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, die Holzbau Deutschland Leistungspartner, die Gütegemeinschaft Holzbau Ausbau Dachbau e.V., das Holzbau Deutschland Institut e.V., die Holzbau Deutschland Akademie e.V., die Europäische Vereinigung des Holzbaus, die Kompetenzzentren des Zimmerer- und Holzbaugewerbes in Biberach, Bühl und Kassel sowie die Fördergesellschaft Holzbau und Ausbau mbH und Wertica.

Training der Zimmerer-Nationalmannschaft

Die Zimmerer-Nationalmannschaft von Holzbau Deutschland absolvierte ihr öffentliches Abschlusstraining vor der Zimmerer-Europameisterschaft 2014 auf der DACH+HOLZ International 2014 vom 18. bis 21. Februar 2014 in Köln. Vier Tage trainierten sechs Mannschaftsmitglieder auf dem Stand von Holzbau Deutschland und zogen viele interessierte Messebesucher an den Stand. Jedes Mannschaftsmitglied baute, wie bei der EM, jeweils ein Dachstuhlmodell. 

Zimmerer-Nationalmannschaft

 

 

DACH+HOLZ International 2016

Die nächste Messe DACH+HOLZ International 2016 findet vom 2. bis 5. Februar 2016 in Stuttgart statt.

www.dach-holz.de

DACH+HOLZ International

Holzbau Deutschland ist zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks ideeller und fachlicher Träger der Messe DACH+HOLZ International, die im zweijährlichen Rhythmus von der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH an wechselnden Standorten durchgeführt wird. 

Die Messe fand erstmals im Jahr 2008 in Stuttgart statt. Zur Premierenveranstaltung wurden die einzelnen Messen der beiden Handwerke, die "Holzbau und Ausbau" des Zimmererhandwerks und die"DACH+WAND" des Dachdeckerhandwerks, zusammengelegt.