Presseinformation

20.03.2018

Strategische Aufstellung der Holzbaubranche soll Potentiale des Holzbaus weiter stärken

Der Holzbau hat ein großes Wachstumspotential – ein starker Holzbau ist für jede Organisation und jedes Unternehmen der Branche ein attraktives Ziel. Der Vorstand von Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes beriet in seiner ersten Sitzung im Jahr 2018 darüber, wie durch eine engere Zusammenarbeit und eine gemeinschaftliche Vorgehensweise der gesamten Holzwirtschaft, die Potentiale des Baustoffs Holz noch besser genutzt und durchgesetzt werden können. Der Vorstand zeigte sich überzeugt, dass dafür eine strategische Aufstellung der gesamten Branche eine wesentliche Voraussetzung ist. Ziel ist es, Kompetenzen zu bündeln und Innovationen gemeinschaftlich zu fördern.

Sitzung des Vorstands von Holzbau Deutschland im März 2018 zusammen mit den Referenten der Geschäftstelle. V.l.n.r.: Rolando Laube, Walter Bauer, Roland Glauner, Rolf Rombach, Johannes Niedermeyer, Peter Aicher, Walter Maiß, Karl Hoffmeister, Volker Baumgarten, Rainer Kabelitz-Ciré und Josef Schlosser

In diesem Zusammenhang diskutierte der Vorstand das Strategiepapier „Wachstumsmarkt Holz|Bau 2018 plus“. Dieses sieht vor, dass die Kräfte der gesamten Branche gebündelt werden, um eine schlagkräftige Forschungs- und Innovationsplattform für den Holzbau zu schaffen. Dadurch sollen auch die Forschungsvorhaben des Holzbaus besser koordiniert und Doppelforschung verhindert werden.

Der Vorstand befasste sich auch mit dem aktuellen Stand der in der Branche diskutierten Fehlerlichtbogen Schutzeinrichtung (AFDD). Hier hat die Deutsche Kommission Elektrotechnik (DKE) inzwischen nach lang anhaltender Kritik von Holzbau Deutschland und anderen Branchenverbänden eine Berichtigung veröffentlicht. In der Berichtigung steht nun keine pauschale Anforderung mehr, dass Holzhäuser mit AFDDs auszustatten sind. Allerdings sollen die AFDDs nach DIN VDE 0100-420 weiterhin in Gebäude eingebaut werden, die hauptsächlich aus brennbaren Baustoffen bestehen. Die Gefährdungsanalyse des AMEV (Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen) wird nun zwar ausreichend einbezogen, allerdings wird aber die Beurteilung der Bauteile hinsichtlich des überwiegenden Anteils an brennbaren Baustoffen dem ausführenden Bauunternehmer überlassen.

Der Vorstand von Holzbau Deutschland kritisiert daher, dass diese Berichtigung nicht ausreicht. Denn nach wie vor, gäbe es keine gesicherten statistischen Nachweise dafür, dass Fehlerlichtbögen in Gebäuden, die aus potentiell brennbarem Material bestehen, das allgemeine Brandrisiko signifikant erhöhen. Daher hat Holzbau Deutschland über den Zentralverband des Deutschen Baugewerbes eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben, der sich weitere Organisationen und Verbände der Wohnungswirtschaft, Bauindustrie und des Verbraucherschutzes angeschlossen haben.
Der Vorstand betonte erneut, dass das brandschutztechnische Sicherheitsniveau von Gebäuden baurechtlich und bauaufsichtlich durch den Gesetzgeber geregelt sei. Nach wie vor werde nach dem Kenntnisstand von Holzbau Deutschland seitens der Bauaufsichten der Bundesländer (ARGEBAU) keine Notwendigkeit gesehen, Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen zur Gefahrenabwehr zusätzlich zu den Fehlerstromschutzschaltern (FI) und Leitungsschutzschaltern bauaufsichtlich zu fordern. Damit bleibt die Anwendung dieser Norm in Deutschland aus bauordnungsrechtlichen Gründen freiwillig und damit privatrechtlich.

Diskutiert wurde im Vorstand auch die Muster Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB), die in vielen Bundesländern in der ersten Hälfte des Jahres 2018 eingeführt werden soll. Die in der MBO und der MVV TB geplanten Änderungen des Bauordnungsrechtes werden von Holzbau Deutschland grundlegend abgelehnt. Holzbau Deutschland hat zu beiden Verfahren Stellungnahmen mit entsprechenden Eingaben und Forderungen abgegeben. Allerdings dürfte es recht unwahrscheinlich sein, dass diese grundlegende Ablehnung sowie die holzbauspezifischen Punkte noch zu Änderungen in MBO und MVV TB führen werden. Der Vorstand von Holzbau Deutschland sieht jedoch eine Chance, die Positionen des Holzbaus auf Landesebene einzubringen. Hierfür hat Holzbau Deutschland den Landesverbänden vorformulierte Einspruchsvorlagen zur Verfügung gestellt. 



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