Nachrichten aus dem Bereich Technik und Umwelt

19.07.2016

Brandschutz: DIN 4102-4:2016-5 – Holzbau will mehr!

Holzbau Deutschland engagiert sich für wirtschaftliche und standardisierte Holzbaukonstruktionen im Brandschutz

Die "DIN 4102-4:2016-5 – Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen – Teil 4: Zusammenstellung und Anwendung klassifizierter Baustoffe, Bauteile und Sonderbauteile" ist im Mai 2016 beim Beuth Verlag erschienen. Die Überarbeitung der Norm wurde erforderlich, um die alten national klassifizierten Bauteile im europäischen Produktnormungskontext anwenden zu können.

Um die Zeitschiene zur Veröffentlichung nicht zu gefährden, wurden neue und wirtschaftliche Konstruktionen insbesonderes des Holzbaus dabei nur zum Teil eingearbeitet. Weitere von der Praxis geforderte moderne Konstruktionen wurden in einem A1 Papier erarbeitet. Nach einer zweimonatigen öffentlichen Einspruchsphase wird das zuständige DIN-Gremium über die Veröffentlichung beraten. 

In diesem Bereich hat sich Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes seit zwei Jahren während der Überarbeitung der Normergänzung stark engagiert und hat mithilfe ausgewiesener Brandschutzexperten aus der Praxis das Projekt im Sinne des Holzbaus gestaltet. Da gesicherte Erkenntnisse zum Feuerwiderstand einzelner Konstruktionen nicht zur Verfügung gestellt werden konnten, hat die Holzbaubranche die Initiative ergriffen und sich mit eigenen Brandprüfungen engagiert. Diese wurden durch das gemeinsame Handeln von Holzbau Deutschland, dem Holzbau Deutschland Institut, einzelner Holzbauunternehmer, weiterer Branchenverbände und leider nur von zwei Partnern der Zulieferindustrie finanziert. 

Walter Bauer, Präsident vom Holzbau Deutschland Institut, erklärte, dass es Ziel sein müsse, die Norm mit wirtschaftlichen Standardkonstruktionen in Holzbauweise zu erweitern, um neben Bauteilaufbauten mit allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen auch produktunabhängige Lösungen anbieten zu können. „So senken wir die Hürden für den Holzbau ab und erleichtern Architekten das Planen mit Holz. Wir können dadurch mehr Markt für den Holzbau erreichen. Wir als Unternehmer sind gefordert selbst zu gestalten, anstatt uns gestalten zu lassen.“ 

Die Veröffentlichung des A1 Papiers durch das Deutsche Institut für Normung (DIN) ist für Anfang 2017 vorgesehen. Ob mit der Veröffentlichung des A1 Papiers eine konsolidierte Fassung der Norm erscheinen wird, ist zum bisherigen Zeitpunkt noch nicht klar. Seitens des DIN ist das zweimonatige Einspruchsverfahren zu diesem Änderungspapier auf Juli und August anvisiert. 



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