Preisverleihung des Deutschen Holzbaupreises in Hannover

Am 31. Mai 2011 fand die Verleihung des Deutschen Holzbaupreises auf der LIGNA in Hannover statt. Die Preisverleihung begann traditionell mit einem Zimmererklatsch der Meisterschüler des Bundesbildungszentrums für das Zimmerer- und Ausbaugewerbe in Kassel.

Bevor die vier Preisträger sowie die sieben Bauwerke, die Anerkennungspreise bekamen, vorgestellt wurden, sprach Günther Hoffmann, Abteilungsleiter des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, zu den Gästen. „Dem ressourcen- und energiesparenden Bauen mit Holz kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn es um die Erreichung der gesetzten Klimaziele der Bundesregierung geht. Deutschland will bis zum Jahr 2050 eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz übernehmen.“ Hoffmann sprach sich auch für eine Vorbildfunktion der Bundesregierung aus, wenn es um das Bauen mit Holz im Neubau wie im Bestand ginge. Im anschließenden Podiumsgespräch unter Leitung des Architekten Ludger Dederich nannte Hoffmann als eins der prominentesten Beispiele für eine beispielhafte Sanierung das Umweltbundesamt in Berlin. 

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, zu dem Holzbau Deutschland als eine der zehn Bundesfachgruppen gehört, stellte die Interessenvertretung für das Baugewerbe insgesamt wie für den Holzbau in Berlin vor. „Als großer Bauverband bemühen wir uns um passende Rahmenbedingungen beim Arbeitsrecht und Vergaberecht, im Steuerrecht usw. für das deutsche Baugewerbe, das 70 Prozent des Umsatzes in der deutschen Bauwirtschaft erwirtschaftet.“ Das Energiekonzept der Bundesregierung bezeichnete er als einen Riesenerfolg für die Baubranche, das auch sehr dem Holzbau zugute käme.

Ullrich Huth, Vorsitzender von Holzbau Deutschland, sprach sich wiederholt für eine Steigerung der Holzbauquote in Deutschland aus. „Schon jetzt gibt es Regionen in Deutschland, die eine Holzbauquote von fast 30 Prozent haben. Hier müssen wir ansetzen und motivieren, mehr mit dem Rohstoff Holz, der in Deutschland wächst, zu bauen. 

„Holz muss sichtbarer werden. Nur eine Fassade aus Holz ist zu wenig, um mehr für diesen Baustoff zu werben“, so Norbert Leben, Vizepräsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) und Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen e.V. Als Vertreter des Rohstoffes Holz erfülle es ihn mit Stolz, wenn sich die Menschen in Holzhäusern wohl fühlen. Er forderte aber auch mehr Mut für die moderne Holzverwendung und nannte als Beispiel die Holzachterbahn im Heidepark Soltau. „Hier ist mehr möglich und dafür stellt der Forst gerne Holz bereit.“

Hier schloss Heiner Lippe, Professor für Architektur im Fachbereich Bauwesen an der Fachhochschule Lübeck, an. „Die Holzbauarchitektur hat sich etabliert, könnte aber noch mehr werden.“ Mehr Wissensvermittlung gegenüber angehenden Architekten und Ingenieuren wäre wichtig, um den Reflex für den nachwachsenden Baustoff Holz zu fördern.


Die abschließende Frage an alle Referenten lautete: „Was verbindet Sie persönlich mit dem Holzbau? Günther Hoffmann betonte die Aspekte Nachhaltigkeit und Ökobilanz, bei denen ein Holzbau besonders punktet. Dazu käme die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft. Beides sei auch bei der künftigen städtischen Bebauung mit Aufstockungsplänen usw. nicht unwichtig, so der gelernte Architekt. 

Zuversichtlich für den Holzbau äußerte sich Felix Pakleppa. „Der Holzbau macht seinen Weg“. Als Hauptgeschäftsführer des ZDB seien ihm alle Bauweisen „gleich lieb“. Er gab dann aber einen persönlichen Bezug zum Holzbau zu: Der Großvater war Holzhändler!

Ullrich Huth blickte beim Fazit auf die Entwicklung des Holzbaus in den letzten 20 Jahren zurück. „Der Holzbau hat sich sehr verändert. Wir können heute mit einer EDV arbeiten, davon haben unsere Väter nur geträumt. Die Idee des Holzbaus müssen wir unseren Bauherren noch stärker nahe bringen, damit am Ende Architekten gefordert sind, diese Wünsche aus Holz nachzubauen.

Norbert Lippe sprach sich erneut für mehr sichtbare Holzelemente aus. „Sichtbare Holzelemente haben Charme. Das ist auch wesentlich für das Wohlbefinden“. Er selbst wohnt in einem Holrahmenbau, de allerdings aufgrund der örtlichen Bauvorschriften verklinkert werden musste. „Das sollte künftig auch nicht mehr sein!“. 

Heiner Lippe befürwortete, dass auch die künftigen Architekten verstärkt „im Holzbau lernen“ und nannte als Beispiel einen Achtgeschosser aus Holz für eine Ausbildungsstätte in Schweden.