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21.02.2017

Prozessoptimierung bei der Mammutaufgabe Unternehmensübergabe

Seminar der Holzbau-Junioren fand bei Roto in Bad Mergentheim statt

„Aufbau eines erfolgreichen Holzbauunternehmens!“ – so lautete der Titel eines Seminars, das die Holzbau-Junioren von Holzbau Deutschland im Februar 2017 bei der Roto Dach- und Solartechnologie GmbH in Bad Mergentheim durchführten. Es richtete sich an junge Holzbauunternehmer und Zimmermeister, die sich mit der Betriebsübernahme oder der Weiterentwicklung beschäftigen. Gut 30 Teilnehmer folgten der Einladung ins nördliche Baden-Württemberg.

Junge Unternehmer im Holzbau müssen sich besonders in der Anfangszeit einer gewaltigen Vielfalt an Aufgaben stellen. Neben den vielen Fallstricken bei der Übernahme oder Gründung eines Unternehmens müssen die Unternehmensstrukturen geschaffen oder bestehende Strukturen an das neue Unternehmensbild angepasst werden. Ganz nebenbei sollen dabei auch noch Holzbauwerke entstehen, die qualitativ den eigenen, aber vor allem auch den Ansprüchen der Kunden, gerecht werden müssen. Dies alles unter einen Hut und das junge Unternehmen auf einen erfolgreichen Kurs zu bringen, ist gerade am Anfang eine Mammutaufgabe. Dieses Seminar sollte dabei helfen, häufig begangene Fehler zu vermeiden und Hilfestellung bei Fragen der Unternehmensübernahme zu geben.

Der erste Tag stand ganz unter dem Motto „Prozessoptimierung“. Eingeleitet wurde das Seminar mit einer Werksführung bei der Roto Dach-und Solartechnologie GmbH, bei der der Schwerpunkt auf dem „Toyotaprinzip“ bei der Prozessteuerung lag. Anschließend stellte Steffen Wolfertz die dabei angewandten Tools im Unternehmen Roto vor. Karl-Heinz Schmidt und Daniel Kuhn, beide Unternehmensbegleiter, zeigten dann, wie diese Tools auch in Holzbauunternehmen zur Anwendung kommen können und schlossen damit den Kreis für die Praxis der Holzbauer. Roto-Mitarbeiterin Katrin Kindermann stellte vor, wie „Ordnung Raum für ein entspanntes Arbeiten schafft“. Das gelernte Ordnungssystem konnten die Teilnehmer praktisch ausprobieren. Am zweiten Tag erfuhren die Teilnehmer von Dr. Stefan Adams von der gleichnamigen Unternehmensberatung, dass die Unternehmensnachfolge eine Win-Win-Situation für Veräußerer und Erwerber ist.

Außerdem stellte sich die Berufsorganisation Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes mit ihren Leistungen vor. Roland Glauner, Referent in der Berliner Geschäftsstelle, berichtete über die Verbandsaufgaben und Strukturen. Konstantin zu Dohna von Holzbau Baden-Württemberg stellte anschließend die Serviceangebote und Hauptaufgaben des Landesinnungsverbands vor. Dabei betonte er die Wichtigkeit der Lobbyarbeit der Berufsorganisation, die sich zentral um die Zukunftsfähigkeit der Holzbaubetriebe kümmert. Georg Keilholz, Sprecher der bayerischen Holzbau-Junioren und Initiator des Seminars bei Roto, sprach über die „PRB Praxisregeln Bau“ und die Mitwirkung von Holzbau Deutschland.

Begleitet wurde das Seminar durch ein vielfältiges Rahmenprogramm. Dazu gehörte eine Weinprobe mit der württembergischen Weinkönigin 2013/14 Theresa Olkus und der Besuch im Bad Mergentheimer Wildpark, wo die Seminarteilnehmer dem Heulen von Europas größtem Wolfsrudel lauschen konnten.

Die Holzbau-Junioren von Holzbau Deutschland wurden im Jahr 1988 ins Leben gerufen. Junge Zimmermeister und Ingenieure werden an die Verbandsarbeit herangeführt. Es werden regelmäßig Veranstaltungen durchgeführt, die dem Erfahrungsaustausch dienen, Themen aus der Praxis jüngerer Holzbauunternehmer aufgreifen und wichtige Themen der Verbandsarbeit vorstellen.

„Mammutaufgabe Unternehmensgründung oder -übergabe und dann noch ehrenamtliches Engagement für die Berufsorganisation - da fragen sich viele, ob das überhaupt zusammenpasst? Es passt, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann“, so Stefan Bruns, Sprecher der Holzbau-Junioren und Holzbauunternehmer aus Hamburg. Er hat vor etlichen Jahren den väterlichen Betrieb übernommen. „Viele von uns haben die gleichen Herausforderungen, aber bei dem deutschlandweiten Austausch spreche ich nicht mit meinem direkten Konkurrenten drei Straßen weiter. Im Laufe meines Engagements sind aus vielen Kollegen Freunde geworden, mit denen ich heute offen über unsere Betriebe sprechen kann. Das hat mir an vielen Punkten sehr geholfen!“. Außerdem habe Bruns auch gemerkt, dass die ehrenamtliche Arbeit für die Berufsorganisation „Spaß bringt und auch viel für den eigenen Betrieb bringt“. Bruns weiter: „Wenn wir es nicht selbst in die Hand nehmen, macht es auf Dauer auch kein anderer für uns!“



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