Berufsbildungskongress von Holzbau Deutschland

Auf dem Berufsbildungskongress am 21. Oktober 2010 in Kassel hat Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) die „Offensive Aufstiegsqualifizierung – vom Gesellen zum von Holzbau Deutschland anerkannten Zimmermeister“ gestartet. Zentrales Ziel ist die Sicherung von qualifizierten Fach- und Führungskräften.

Zahlreiche Referenten stellten die einzelnen Maßnahmen der Offensive Aufstiegsqualifizierung vor, stellten Zahlen und Statistiken zur Nachwuchssicherung und zum Nachwuchsmangel vor und berichteten über weitere Aspekte zum Thema Berufsbildung. 

Die Presseinformation zum Berufsbildungskongress finden Sie hier.

Begrüßung und Einführung

Karl Hoffmeister, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses von Holzbau Deutschland, führte in den Kongress ein und erläuterte warum eine Offensive Aufstiegsqualifizierung gestartet wird. „Es ist unsere Antwort auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre, in denen das Niveau von Fortbildungen insbesondere bei der Meisterprüfung abgebaut wurde. Verantwortlich dafür ist der Wegfall der Berufspraxis und die Aufweichung der Bestehensregelung.“ Mit der Offensive hat Holzbau Deutschland Anforderungen definiert, die aus der Sicht der Betriebe an die Meister gestellt werden, auch um die anspruchsvollen Aufgaben der Bauherren erfüllen zu können. „Wenn Jungmeister in die Betriebe zurückkommen und aufgrund ihrer Meisterausbildung nicht den Anforderung an sie gerecht werden, ist das für die Meisterschulabsolventen wie für die Betriebe unbefriedigend. Daher wollen wir mit unserer Offensive unserem Nachwuchs ein Signal geben, wie sie in eine erfolgsversprechende Meistersausbildung investieren können, die ihnen eine adäquate Stelle in einem Holzbaubetrieb sichert.“

Fachkräftesicherung - Wege der Bauwirtschaft

Prof. Dr. Karl Robl, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, führte in das Thema ein und stellte da, warum die Fachkräftesicherung  das beherrschende Thema der nächsten Jahre und Jahrzehnte sein wird. „Wir müssen um qualifizierten Nachwuchs kämpfen. Hier sind alle in der Verbandsorganisation gefordert, vom einzelnen Betrieb über die Innungen, Landesverbände bis hin zu Holzbau Deutschland und dem ZDB.“ Statistiken zeigen auf, dass die Schulabgänger ab dem Jahr 2014 kontinuierlich abnehmen, die Auszubildenden am Bau und insbesondere im Holzbau schon in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind. „Die Attraktivität des Zimmererberufs, der zwar schon immer auf eine qualifizierte Berufsausbildung gesetzt hat, muss gesteigert werden. Dazu gehört eine lebenslange Weiterbildung mit Aufstiegschancen wie dem Erwerb des Meistertitels aber auch Studienmöglichkeiten im Anschluss an die Berufsausbildung.“ Dem Holzbau käme sein nachhaltiger und zeitgemäßer Baustoff Holz zugute, aber das Handwerk selbst müsse seine Ausbildungsbereitschaft in den immer kleiner werdenden Betriebe steigern. „Sonst kann das Ziel, eine Steigerung der Holzbauquote von 15 auf 30 Prozent in Deutschland, nicht erreicht werden.“ Von der Politik forderte Robl Unterstützung bei der Verbesserung der Ausbildungsreife sowie eine umfassendere Berufsorientierung.

Vortrag zum Download

Ausbildungsunterlagen des Kompetenzzentrums Kassel

Dipl.-Ing. Helmhard Neuenhagen, Dr.-Ing. Holger Schopbach und Jens Volkmann stellten die Ausbildungsunterlagen vor, die das Kompetenzzentrum Kassel von 2006 bis 2009 erarbeitet hat.

Das Projekt umfasste fünf Teilprojekte:

  • Teilprojekt I: Anpassung und Weiterentwicklung der BIBB-Übungsreihen für das Zimmererhandwerk.
  • Teilprojekt II: Aufbau eines Wissensmanagements am Beispiel modifizierten Normungswesen im Holzbau - Einsatz visueller Medien in Aus-, Fort- und weiterbildung im Zimmerer- und Holzbaugewerbe
  • Teilprojekt III: Entwciklung eines Informationspools mit Lehrgangskonzepten und Schulungsunterlagen zur Einbindung moderner CNC-Techniken in den Holzbau
  • Teilprojekt IV: Beobachtung und Erschließung internationaler Märkte durch Entwicklung und Umsetzung eines modularen Holzbaulehrgangs
  • Teilprojekt V: Analyse und Optimierung der Organsiatonsstrukturen mit Einführung von QM-System und Marketing-Management-System

Vortrag zum Download

Die Offensive Aufstiegsqualifizierung als Antwort von Holzbau Deutschland

Dipl.-Ing. (FH) Dieter Kuhlenkamp stellte die Offensive mit ihren vier Maßnahmen vor: 

  1. verbandseigene Qualifikationen, anerkannt von Holzbau Deutschland
  2. Anerkennung von Bildungseinrichtungen im Zimmererhandwerk durch Holzbau Deutschland
  3. Aufgabensammlung für die Meisterprüfung im Zimmererhandwerk  
  4. Unterstützung von Meisterschülern und Meisterschulen

Vortrag zum Download

Vorstellung des bundeseinheitlichen Rahmenlehrplans von Holzbau Deutschland

Dipl.-Ing. Helmhard Neuenhagen, Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes, stellte den bundeseinheitlichen Lehrplan vor. Er ging auf die Änderungen gegenüber dem Rahmenlehrplan von 2001 ein, stellte den Aufbau und die Gliederung des Rahmenlehrplans kurz vor und machte die Verknüpfung des Rahmenlehrplan mit der verbandseigenen Aufstiegsqualifikation von Holzbau Deutschland deutlich. 

Vortrag zum Downlaod

 

Eine Aufgabensammlung für die Meisterprüfung im Zimmererhandwerk

Dr. Holger Schopbach, Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbildungsgewerbes, und Zimmermeister Maximilian Schneider, Kompetenzzentrum Biberach, stellten Teil 1 und Teil 2 der Aufgabensammlung vor, die bis Sommer 2011 erarbeitet werden.

Vortrag Schopbach zum Download

Vortrag Schneider zum Download

Die Zertifizierung von Meisterschulen

Dipl.-Ing. Martin Paul Gorchs, Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks, zeigte die Ziele der Zertifizierung von Meisterschulen auf und machte deutlich, welche Kernforderungen für eine erfolgreiche Zertifizierung erfüllt sein müssen.

Vortrag zum Download

Deutsche Zimmerer in Wettbewerben

Zimmermeister Roland Bernardi aus Völklingen berichtete als Teamleiter der Zimmerer-Nationalmannschaft über die deutsche Teilnahme an internationalen Wettbewerben und stellte die Bewertungskriterien der nationalen Wettbewerbe vom Innungswettbewerb bis hin zum Bundesleistungswettbewerb vor.

Vortrag zum Download

Informationen über Nachwuchswerbung und Ausbildungshilfen

Dipl.-Ing. (FH) Dieter Kuhlenkamp, Holzbau Deutschland, stellte die Informationen zur Ausbildung auf der Homepage von Holzbau Deutschland vor, zeigte die Anstrengungen zur Nachwuchsförderung auf und berichtete über die Ausbildungsunterlagen.

Vortrag zum Download