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Ausgabe 16/2015 v. 08.06.15

"ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN": Durchsturz durch eine Dachöffnung!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Zimmermeisterinnen und Zimmermeister,

es hätte mehrere Möglichkeiten gegeben, diesen Unfall, den Durchsturz durch eine Dachöffnung, zu verhindern. Damit es Ihnen und Ihren Mitarbeitern nicht ähnlich ergeht, schildern wir in diesem ZIMMERMEISTER-INTERN Aktuell im Rahmen der Präventionskampagne "ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN" diesen Unfall. Schärfen Sie dadurch Ihre Sensibität für die Arbeitssicherheit Ihrer Mitarbeiter. 

Unfallort und Situation

Eine Zimmerei war damit beauftragt, ein Flachdach auf dem eingeschossigen Anbau eines Wohnhauses zu erstellen. Die erste tragende Balkenlage wurde inklusive einer Wechslung für eine in der Mitte des Daches liegende Lichtkuppel am Vortag im Beisein des Holzbauunternehmers erstellt. Der ca. 3,50 m hohe Anbau war umlaufend mit einem Fassadengerüst eingerüstet.

Unfallhergang

Am Unfalltag wurde auf die tragende Balkenlage des Flachdaches eine Aufdachdämmung aus Holzfaserplatten aufgebracht. Anschließend wurden auf der Dämmung Konterhölzer montiert, die wiederum mit Rauspundbrettern verschalt wurden.

Von einer kurzen Unterredung mit einem Arbeitskollegen abgelenkt, bewegte sich das spätere Unfallopfer auf die Öffnung in der Dachfläche zu und stürzte in diese hinein. Bei dem mehr als drei Meter tiefen Sturz auf die Betonplatte zog sich der Verunfallte schwere Verletzungen zu.

 

Unfallvermeidung

Was hätte unternommen werden müssen, um diesen schweren Unfall zu vermeiden? Auf die Gefahr des Absturzes nach innen wurde in diesem Fall nicht reagiert. Dabei hätte es zwei Möglichkeiten gegeben, die Öffnung in der Dachfläche zu sichern.

Erstens: Da die Holzfaserdämmplatten und die Schalung bündig mit den Balken, die die Wechslung bilden, abgeschnitten wurden, wäre es durchaus möglich gewesen, hier vier Geländerpfosten zu befestigen, um einen Seitenschutz zu erstellen. Dieser hätte jedoch bei der Montage der Lichtkuppel wieder entfernt werden müssen.

Zweitens: Die Wechslung hätte mit einer tragenden Fläche, die von unten gegen die Öffnung gepresst wird (z.B. mit Stahlrohrstützen), gesichert werden können. Diese kollektive Schutzmaßnahme hätte zudem auch den späteren Einbau der Lichtkuppel abgesichert. Nach Beendigung der Dacharbeit und vor Beginn des Innenausbaus hätte diese Absturzsicherung entfernt werden können.

Es liegt somit ein Verstoß gegen die Unfallverhütungsvorschrift (UVV), „Bauarbeiten“, § 12a vor. Dort heißt es wörtlich: „An Öffnungen in Böden, Decken und Dachflächen sowie Vertiefungen müssen Einrichtungen vorhanden sein, die ein Abstürzen, Hineinfallen oder Hineintreten von Personen verhindern.“ Auch wann das gegeben ist, ist dort beschrieben: „Diese Forderung ist erfüllt, wenn die Öffnungen oder Vertiefungen umwehrt oder begehbar und unverschieblich abgedeckt oder mit tragfähigem Material verfüllt oder ausgefüttert sind.“

Das Fazit zu diesem Unfall lautet: Wäre einer dieser Schritte umgesetzt worden, hätte der Unfall verhindert werden können.

Praxishilfen und Checklisten

Umfangreiche Informationen zur Arbeitssicherheit im Holzbau mit Praxishilfen und Checklisten finden Sie auf der Internetseite www.absichern-statt-abstuerzen.de. Nutzen Sie diese Angebote!

Fotowettbewerb „ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN“<br /><br />

Wie leben Sie die Arbeitssicherheit in Ihrem Betrieb? Zeigen Sie uns, wie Sie sich mit der Kampagne „ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN“ identifizieren. Machen Sie beim Fotowettbewerb „ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN“ mit. 

Gefragt sind nicht nur Fotos. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Collage oder eine Bildgeschichte einzureichen. Ihrer Fantasie in der Umsetzung sind keine Grenzen gesetzt. 

Weitere Informationen unter www.absichern-statt-abstuerzen.de/veranstaltungen/fotowettbewerb/ 

 

Mit freundlichen Grüßen

Holzbau Deutschland - Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

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