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Ausgabe 14/2015 v. 03.07.15

"ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN": Sturz durch den Bruch eines Holzbalkens!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Zimmermeisterinnen und Zimmermeister,

auch Holzbalken kommen in die Jahre und können die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter gefährden. Daher schildern wir in diesem ZIMMERMEISTER-INTERN Aktuell im Rahmen der Präventionskampagne "ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN" einen Sturz durch den Bruch eines Holzbalkens. Schärfen Sie durch diese Unfallbeschreibung Ihre Sensibität für die Arbeitssicherheit Ihrer Mitarbeiter. 

Unfallort und Situation

Der Holzbaubetrieb hatte den Auftrag, die Dachkonstruktion eines Anbaus an ein landwirtschaftliches Gebäude auszutauschen. Hier war in Teilen die statische Tragfähigkeit nicht mehr gegeben.

Wie es beim Bauen für landwirtschaftliche Betriebe häufig der Fall ist, sollte die Dachdeckung bauseits aufgebracht werden. Somit war nur die vorhandene Wellasbestzementdeckung nach den Forderungen der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 519) zu demontieren und zu entsorgen sowie im Nachgang die Holzkonstruktion als Traggerüst zu erstellen.

Die zu ersetzende Dachkonstruktion war vom damaligen Besitzer des landwirtschaftlichen Betriebes selber erstellt worden. Hier waren vermutlich die fachlichen Voraussetzungen sowohl bei der Planung wie auch bei Ausführung nicht gegeben.

Unfallhergang

Im Zuge der vorbereitenden Arbeiten wurden an den Giebelseiten sowie an einer Traufseite Gerüste errichtet. Als Schutz vor einem Absturz nach innen wurden Schutznetze eingebaut. Zum Anbringen der Auffangnetze war der spätere Verletzte der Meinung, eine Platte der Dacheindeckung entfernen zu müssen. Er stieg auf die Dachkonstruktion, die aufgrund der vermorschten Balken nicht mehr tragfähig war. Zusammen mit dem Balken stürzte der Mitarbeiter ca. 4 m in die Tiefe. Aufgrund der erlittenen Verletzungen war der Mitarbeiter vier Wochen arbeitsunfähig und fiel im Unfallbetrieb aus.

 

Unfallvermeidung

Unfallursächlich sind organisatorische Mängel im Bereich des Arbeitsschutzes, welche durch den Unternehmer nicht erkannt bzw. umgesetzt worden sind. Da die Absturzhöhe bis zu 7 m reichte, wurde geplant, den zu sanierenden Bereich einzunetzen. Hierdurch sollten die Unfallfolgen bei einem eventuellen Absturz nach innen vermindert werden.

Ebenso ist die Gefährdung des Absturzes nach außen durch das Stellen von Gerüsten im Giebel- sowie Traufbereich berücksichtigt worden. Jedoch fehlte die eindeutige Anweisung an die Mitarbeiter, dass das Dach vor Beendigung der Schutzmaßnahmen nicht betreten werden dürfe. Bei Dacheindeckungen, welche mit Wellasbest gedeckt sind, ist jedem Fachmann bekannt, dass die Tragfähigkeit durch Verwitterungsvorgänge nicht mehr gegeben ist. In diesem Fall kam noch erschwerend hinzu, dass auch die Unterkonstruktion aufgrund des Lebensalters sowie äußerer Einflüsse nicht mehr tragfähig gewesen ist. Dieser Sachverhalt war allen anwesenden Mitarbeitern bekannt.

Praxishilfen und Checklisten

Umfangreiche Informationen zur Arbeitssicherheit im Holzbau mit Praxishilfen und Checklisten finden Sie auf der Internetseite www.absichern-statt-abstuerzen.de. Nutzen Sie diese Angebote!

Fotowettbewerb „ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN“<br /><br />

Wie leben Sie die Arbeitssicherheit in Ihrem Betrieb? Zeigen Sie uns, wie Sie sich mit der Kampagne „ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN“ identifizieren. Machen Sie beim Fotowettbewerb „ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN“ mit. 

Gefragt sind nicht nur Fotos. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Collage oder eine Bildgeschichte einzureichen. Ihrer Fantasie in der Umsetzung sind keine Grenzen gesetzt. 

Weitere Informationen unter www.absichern-statt-abstuerzen.de/veranstaltungen/fotowettbewerb/ 

 

Mit freundlichen Grüßen

Holzbau Deutschland - Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

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