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Ausgabe 12/2011 v. 08.07.11

Fachinformation für "Holzbauten in deutschen Erdbebengebieten" erschienen

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Zimmermeister,

fast täglich erreichen uns Bilder aus Erdbebengebieten in aller Welt mit teilweise verheerenden Folgen für Menschen, Natur und die bebaute Umwelt. Auch in Deutschland können Erdbeben auftreten – wenn auch im weltweiten Vergleich mit geringen Intensitäten. Die seismischen Aktivitäten konzentrieren sich vorrangig auf das Oberrheintal, die Niederrheinische Bucht, die Schwäbische Alb und das Vogtland. 

Was viele Planer und Ausführende nicht wissen: In diesen Gebieten Deutschlands muss grundsätzlich die Standsicherheit der Gebäude für den Lastfall „Erdbeben“ nachgewiesen werden!

Gebäude in den oben genannten Regionen müssen nach DIN 4149: Bauten in deutschen Erdbebengebieten – Lastannahmen, Bemessung und Ausführung üblicher Hochbauten für ein Bemessungserdbeben berechnet und konstruiert werden. Ziel ist im Falle eines Erdbebens der Schutz von Menschenleben, die Begrenzung von Schäden sowie die Sicherstellung, dass die für die öffentliche Sicherheit und Infrastruktur wichtigen baulichen Anlagen (z.B. Krankenhäuser) funktionstüchtig bleiben.

Seit 2005 liegt eine überarbeitete Fassung der Norm vor, die mittlerweile in den betroffenen Bundesländern ohne Übergangsregelung bauaufsichtlich eingeführt ist und sowohl bei neuen Bauvorhaben als auch bei Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen angewendet werden muss.

Erdbebensichere Bauwerke erhält man vor allem durch richtiges Planen und Konstruieren und weniger durch richtiges Berechnen von Zahlen. Durch einen erdbebengerechten Entwurf kann das Verhalten eines Gebäudes bei Erdbeben bereits bei der Planung wesentlich beeinflusst werden. Insbesondere Holzbauten sind hervorragend geeignet, Erdbebeneinwirkungen standzuhalten. Neben dem geringen Gewicht der Konstruktion ist vor allem die Duktilität der Holzbauweise ein entscheidender Faktor, um die seismischen Lasten zu reduzieren.

Mit einer neuen Fachinformation will Holzbau Deutschland Planer und Ausführende für dieses Problemfeld sensibilisieren und das grundlegende Verständnis für erdbebengerechtes Konstruieren verbessern. Neben einigen allgemeingültigen Grundlagen und Berechnungsansätzen werden die wichtigsten Regelungen für die Auslegung von Holzbauten in deutschen Erdbebengebieten zusammengestellt.

Diese Fachinformationen finden Sie hier auf der Internetseite von Holzbau Deutschland. Weisen Sie Ihre Planer darauf hin.

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