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Ausgabe 07/2015 v. 10.04.15

"ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN": Schlimme Folgen nach der Manipulation einer Baustellenkreissäge!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Zimmermeisterinnen und Zimmermeister,

Meldungen über Verletzungen bei Arbeiten an und mit Baustellenkreissägen kommen immer wieder vor. Daher wird in diesem ZIMMERMEISTER-INTERN Aktuell eine Unfallbeschreibung aufgegriffen, die nahezu gleichlautend in zwei Unfallmeldungen an die BG BAU innerhalb einer Woche zu finden war. Damit wollen wir Sie für den Umgang mit einer Baustellenkreissäge sensibilisieren, um künftig Unfälle zu vermeiden. 

 

 

Unfallhergang

Beim Arbeiten mit der Baustellenkreissäge wurde das Holzwerkstück statt mit dem vorgesehenen Schiebestock mit einem Meterstab am Sägeblatt vorbeigeführt. Dabei kam es zum Kontakt der Finger mit dem laufenden Sägeblatt.

 

Bei der Unfalluntersuchung zeigte sich, dass in beiden Fällen mit einer Baustellenkreissäge mit selbsttätig absenkbarer Schutzhaube gearbeitet wurde. Mit dieser Technologie wird eine Berührung der Finger mit dem Sägeblatt grundsätzlich verhindert. Diese Sägen stellen den Stand der Technik dar.

 

Die Unfallursachen liegen neben der nicht Benutzung des Schiebestocks vor allem in der Manipulation der Baustellenkreissäge. In beiden Fällen wurde, wie auf dem Foto zu erkennen ist, ein Holzstück zwischen Spaltkeil und dem Mechanismus der Haube eingeklemmt. Diese Manipulation wurde unter anderem mit den Argumenten begründet, dass mit einer abgesenkten Schutzhaube nicht gearbeitet werden könne und dass es so viel schneller gehen würde.

 

Unfallvermeidung

Diese Argumentationen zeigen einerseits, dass die Mitarbeiter nicht über den Umgang mit der Baustellenkreissäge unterwiesen wurden und dass andererseits der Unternehmer die Gefährdung durch den Umgang mit der Baustellenkreissäge nicht ausreichend in seiner Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt hat. Offensichtlich hat auch der Aufsichtsführende auf der Baustelle diese Gefährdung nicht erkannt oder vielleicht sogar toleriert.

Die Manipulation an den Sicherheitseinrichtungen einer Maschine ist kein Kavaliersdelikt und hat auch nichts mit Fahrlässigkeit zu tun. Das Holzstück im beschriebenen Fall wurde bewusst eingeklemmt, um genau diese Sicherheitseinrichtung auszuschalten und somit vermeintlich besser und schneller arbeiten zu können. 

Damit wird für jeden Benutzer das Risiko erhöht, einen Unfall zu erleiden. Ein Stück Holz ist schnell eingeklemmt. Ein durch diese Manipulation abgetrennter Finger ist so schnell nicht geheilt, wenn überhaupt eine folgenlose Heilung möglich ist. 

Aufsichtsführende dürfen an dieser Stelle nicht wegsehen. Hier ist konsequentes Handeln angesagt, denn durch das Wegsehen und das Nichteingreifen machen sich Unternehmer und Aufsichtsführende strafbar. 

Praxishilfen und Checklisten

Umfangreiche Informationen zur Arbeitssicherheit im Holzbau mit Praxishilfen und Checklisten finden Sie auf der Internetseite www.absichern-statt-abstuerzen.de. Nutzen Sie diese Angebote!

Fotowettbewerb „ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN“

Wie leben Sie die Arbeitssicherheit in Ihrem Betrieb? Zeigen Sie uns, wie Sie sich mit der Kampagne „ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN“ identifizieren. Machen Sie beim Fotowettbewerb „ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN“ mit. 

Gefragt sind nicht nur Fotos. Es besteht auch die Möglichkeit, eine Collage oder eine Bildgeschichte einzureichen. Ihrer Fantasie in der Umsetzung sind keine Grenzen gesetzt. 

Weitere Informationen unter www.absichern-statt-abstuerzen.de/veranstaltungen/fotowettbewerb/

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