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Ausgabe 07/2014 v. 11.02.14

"ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN": Vermeidung eines Durchsturzes durch Holzfaserplatten

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Zimmermeisterinnen und Zimmermeister,

"ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN" ist das Motto der Präventionskampagne "Mehr Sicherheit im Holzbau", die Holzbau Deutschland - Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes offiziell am 27. November 2013 gestartet hat. Die Kampagne wird in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, der BG BAU, über mehrere Jahre laufen und wird von Holzbau Deutschland und seinen Landesverbänden getragen.

Das übergeordnete Ziel der Präventionskampagne ist es, Arbeitsunfälle und insbesondere Absturzunfälle deutlich zu vermeiden. Die Arbeitssicherheit soll nachhaltig in den Alltag der Unternehmer und Beschäftigten verankert werden. Dazu bekommen Unternehmer Hilfestellungen u.a. in Form von Broschüren, Arbeitshilfen wie Checklisen und Schulungen.

Diese und ausführliche Informationen zu "ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN" - die Kampagne für mehr Sicherheit im Holzbau finden Sie unter www.absichern-statt-abstuerzen.de.

Wir werden regelmäßig per Newsletter an Hand von Unfallereignissen Hinweise für ein Mehr an Sicherheit im Holzbau geben. Im ersten Newsletter geht es um den Durchsturz durch Holzfaserplatten.

Unfallort und Situation

Herr A. war mit der Verschalung einer Dachfläche in einem Rohbau betraut. Das Bauwerk war komplett mit einem Fassadengerüst inklusive eines Dachfanggerüstes umschlossen. Die Dachneigung der Dachfläche betrug ca. 28 Grad. Absturzhöhen ins Innere des Bauwerks betrugen ca. 3,5 m bis ca. 5 m. Eine Sicherung gegen Absturz nach innen war nicht vorhanden. Das Achsmaß der Sparren betrug ca. 0,75 m.

Die Verschalung der Dachfläche sollte im Vordachbereich mit Nut- und Federbrettern und im Innenbereich mit Holzfaserplatten durchgeführt werden. Die Holzfaserplatten hatten die Abmessungen von 2,5 m x 0,6 m und wiesen eine Stärke von 3,5 cm auf. Sie waren umlaufend mit einer Nut- und Federverbindung ausgebildet. Die Holzfaserplatten wurden direkt von einer Palette des Herstellers von Hand aufgenommen. Auf die nicht durchtrittsicheren Holzfaserplatten wurde mittels eines Einlegers in der Folienumwicklung an der Palette hingewiesen.

Die Holzfaserplatten wurden beim Verarbeiten auf der Dachfläche direkt von der am Kran hängenden Palette auf die Dachkonstruktion gelegt. Herr A. war bei den Verlegearbeiten auf der Dachfläche alleine. Seine Kollegen waren mit anderen Arbeiten im Rohbau beschäftigt.

Unfallhergang

Die Verlegung der Holzfaserplatten erfolgte nach Fertigstellung der Vordachschalung. Durch die Nut- und Federausbildung der Holzfaserplatten musste auf einen Stoß auf den Sparren nicht geachtet werden.

Herr A. bewegte sich bei seinen Verlegearbeiten auf der Dachfläche, die bereits von ihm mit den Holzfaserplatten belegt worden waren - ohne lastverteilende Beläge. Da ihm die Gefahr des Durchbrechens bekannt war, trat Herr A. nach seinen Angaben immer auf den Sparren. Zudem verlegte Herr A. nur so viele Reihen Holzfaserplatten, wie er anschließend mit einer Lage Dachpappe überdecken konnte. Bei diesen Arbeiten achtete Herr A. nicht auf den Sparrenabstand. Als er die Feldmitte eines Sparrenfeldes betrat, durchbrach die Holzfaserplatte. Herr A. stürzte ca. 4 m ins Gebäudeinnere und zog sich mehrere Brüche im Lendenwirbelbereich zu.

Unfallvermeidung

Die Arbeiten sind so zu organisieren, dass ein Arbeiten von einem sicheren Arbeitsplatz aus möglich ist. Technische Lösungen sind organisatorischen Lösungen vorzuziehen. 

Bei einer Absturzgefahr nach innen und/oder einer Durchsturzgefahr sind entsprechende Maßnahmen zu treffen, wie z.B. durch den Einsatz von durchtrittsicheren Platten. Hier sind die Herstellerangaben zu beachten.

Weitere Informationen zur Kampagne

Weitere und ausführliche Informationen zu "ABSICHERN STATT ABSTÜRZEN" - die Kampagne für mehr Sicherheit im Holzbau finden Sie unter www.absichern-statt-abstuerzen.de. Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert und um weitere Hilfsmittel für die Holzbauunternehmer ergänzt.

Machen Sie mit! Sorgen auch Sie für ein Mehr an Sicherheit. Sensibilisieren Sie sich selbst und Ihre Mitarbeiter für Gefahren in Ihrem Betrieb und auf Ihren Baustellen.

 

 

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