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Ausgabe 06/2012 v. 07.03.12

Wichtige Hinweise bei der CE-Kennzeichnung für Bauschnittholz für tragende Zwecke

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Zimmermeister, 

seit 01. Januar 2012 ist die CE-Kennzeichnung für Bauschnittholz für tragende Zwecke mit rechteckigem Querschnitt verpflichtend. Mit dem Ü-Zeichen gekennzeichnetes Bauschnittholz ist nur noch aus Restlagerbeständen erhältlich.

Bei der Bestellung und bei der Wareneingangskontrolle von festigkeitssortiertem Bauschnittholz nach DIN EN 14081-1 mit CE-Kennzeichnung sind wesentliche Punkte zu beachten:

• Auf dem festigkeitssortierten Holz ist nicht mehr die Sortierklasse anzugeben, sondern die entsprechende europäische Festigkeitsklasse (z. B. Sortierklasse S10 entspricht der Festigkeitsklasse C24).

• Es sind nach EN 14081-1 zwei Verfahren der CE-Kennzeichnung möglich:
1.    Einzelkennzeichnung für jedes Stück sortiertes Bauholz bei unbestimmtem Verwendungszweck hinsichtlich des Bauwerks
2.    Paketkennzeichnung als Verpackungseinheit bei Verwendung in einem einzelnen Bauwerk (Bauholzliste)

• Mit jeder Lieferung von festigkeitssortiertem Bauholz sind Begleitdokumente mitzuführen, denen zusätzliche Leistungseigenschaften des Produktes zu entnehmen sind (z.B. Dauerhaftigkeit des Holzes).

• Da nach DIN EN 14081-1 auch Holz hergestellt und mit dem CE-Kennzeichen versehen werden kann, das nass sortiert wurde, empfiehlt es sich dringend mit Hinweis auf die gültigen Bemessungsnormen (EC5, DIN 1052:2008) nur trocken sortiertes Bauschnittholz zu bestellen.  Bei Nichtbeachtung dieser Eigenschaft liegt die Verantwortung  ggf. durch eine erforderliche Nachsortierung beim Anwender.

• Nach DIN EN 14081-1 ist für imprägniertes Bauholz für tragende Zwecke eine CE-Kennzeichnung möglich. Anforderungen (z.B. Eindringmengen und –tiefen)  an die Imprägnierung regelt die DIN EN 15228. Es sei darauf hingewiesen, dass für Bauholz, welches in Deutschland eingesetzt wird, nur Holzschutzmittel mit einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung verwendet werden darf.

• Nur Kanthölzer sowie Bretter und Bohlen, die nach Kantholzkriterien sortiert wurden, können auf der Grundlage der DIN EN 14081-1 in Verbindung mit der DIN EN 1912 mit dem CE-Zeichen versehen werden.

• Die Lattensortierung sieht vor, dass die erhöhten Anforderungen der Berufsgenossenschaft an Dachlatten erfüllt werden. Dachlatten der Sortierklassen S 10 und S 13 nach DIN 4074 erfüllen diese Anforderungen und werden derzeit noch mit dem Ü-Zeichen versehen.

• Keilgezinktes Vollholz bleibt ebenso bislang noch von der CE-Kennzeichnung ausgeschlossen, da die entsprechende DIN EN 15497 sich noch im Entwurf befindet.

Merkblätter und Informationen von Holzbau Deutschland, die von der Änderung bei der  Kennzeichnung von Bauschnittholz für tragende Zwecke betroffen sind, befinden sich derzeit in Überarbeitung und werden in Kürze in novellierter Form bereitgestellt.

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